Ein Tag in Bafoussam und viele neue Stories
Autor: Christine | Datum: 24 Oktober 2011, 14:28 | 1 Kommentare
Der Arbeitsalltag ist wirklich angenehm hier und macht mir immer mehr Spaß. Miriam und ich haben jetzt einen privaten Französischprofessor, der mit uns 2 mal die Woche für 2 Stunden unser grässliches Französisch aufbessert. Es macht richtig Spaß, seinen Kopf mal wieder ordentlich anzustrengen und richtig zu lernen. Dennoch ist die französische Sprache wirklich…naja…komplex. So haben wir innerhalb von 2 Stunden die Verben avoir und être durch 8 verschiedene Zeiten konjugiert! Danach war mein Kopf dann auch erstmal wieder genug angestrengt und eine Runde Fußball musste gespielt werden, natürlich auf ganz kamerunische Art: in Flip-Flops auf roter Huckelpiste!
Letztes Wochenende sind Miriam und ich 3 andere Freiwillige von ihrer Organisation in Bafoussam besuchen gefahren. Hin und wieder ist es auch schön, hier raus zu kommen und etwas zu unternehmen. So sind wir gemeinsam zu einem großen Wasserfall gefahren, der wirklich fantastisch war! Die Landschaft war prächtig grün und überall glitzerten die Wassertropfen. Dort haben wir uns dann auf eine (sehr rutschige) alte Steintreppe neben den Wasserfall gestellt und bei strahlendem Sonnenschein berieseln lassen.
Für die Bafoussamer war der Ausflug ins Grüne eine richtige Erholung, da die Stadt ziemlich voll und stickig ist. Da haben Miriam und ich es wirklich sehr sehr schön hier im kleinen Baham!
Zurück in Bafoussam sind wir über den großen Markt gebummelt. Miriam und ich wollten noch Pfeffer kaufen und diesen dann mahlen lassen. Das ist soweit auch kein Problem, nur kann man die Pfefferkörner nur in der Metzgergasse mahlen lassen und um dort hinzugelangen, mussten wir einmal komplett durch die Schlachtergasse durchgehen und das war HEFTIG: Der Boden war matschig und mit Blutpfützen übersäht. Überall standen Kuhbeine, Stierköpfe und es lagen unglaublich viele Tierhäute herum da waren die Fleischstücke noch das geringste Übel. Und um der ganzen Sache noch die Krone aufzusetzen, herrschte auch noch ein extremste unangenehmer Geruch (kein Wunder, es ist heiß und die Sonne knallt ordentlich)! Aber das gehört alles zu einer Kultur dazu und ich fand es eigentlich auch ganz interessant, nur hat der Geruch mich davon abgehalten, mich genauer umzuschauen und so sind wir nur schnell durch die Gasse gesprintet und jetzt haben wir gemahlenen Pfeffer!
Auf der Rückfahrt nach Baham saßen wir mal wieder zu 8 im Taxi, der Fahrer plus 3 Frauen vorne und 4 andere hinten. Sitzt, wackelt und hat Luft! Nur ist uns leider etwas zu spät aufgefallen, dass wir in gar keinem offiziellem Taxi (nicht gelb!) saßen, aber dass muss an sich auch kein Problem sein. Tja,…nur hatten wir Samstag ein wenig Pech: Auf halber Strecke ist dann ganz plötzlich der Sprit ausgegangen (nicht das wir in Bafoussam an einer Tankstelle einsteigen oder so!!) So ist der Chauffeur also losgesprintet und hat eine Gießkanne Sprit besorgt. Nur leider wollte das Auto auch danach nicht mehr anspringen. So standen wir 8 Insassen also irgendwo zwischen Bafoussam und Baham und warteten darauf, dass uns ein anderes Taxi aufgabelte. Das dauerte erstaunlicher Weise gar nicht lange und die Fahrt konnte weiter gehen. Doch das auch nur kurz, denn schon bald hieß es, Miriam und ich sollten aussteigen. Nach kurzer Irritation haben wir dann auch verstanden, dass ich Hosenträgerin mit der anderen Frau im Rock den Platz tauschen sollte. Wir saßen zu 3. vorne und der Fahrer konnte durch den Rock nicht schalten. So hab ich mich also auf die Mittelkonsole gequetscht, ein Bein neben/auf das Gaspedal, das andere in den Beifahrerfußraum, unter meinem Hintern die Handbremse und den Schaltknüppel zwischen meinen Beinen. Das war eine Fahrt!…ouh man :D Also Berührungsängste darf man bei so einer Fahrt wirklich nicht haben!
Aber ich liebe diese einfach, unkomplizierte Art hier, so wird das eben gemacht und keine wundert sich. Nur wenn Miriam und ich uns aus Platzspargründen über einander ins Taxi quetschen, anstatt neben einander, werden wir regelmäßig von den Kamerunern belächelt. Aber so ist es definitiv bequemer, als in Zick-Zack-Linien zu sitzen.
So erleben wir also immer wieder Tage mit vielen kleinen unmöglichen Geschichten, von denen ich nach diesem Jahr wohl unzählige gesammelt werden haben!
Aber genau das ist es, was ich an meiner Zeit hier so liebe!
Bis zum nächsten Mal,
Liebste Grüße eure Tine
Geburtstag in Kamerun
Autor: Christine | Datum: 15 Oktober 2011, 14:44 | 2 Kommentare
Es ist krass, dass ich jetzt schon 20 Jahre alt sein soll! :P Das kommt mir so alt vor, aber zum Glück bin ich ja in Kamerun und in Kamerun ist das Alter und damit auch der Geburtstag völlig belanglos.
Viele Menschen haben hier noch nicht einmal eine Geburtsturkunde und auf den Papieren kann man nie sicher sein, ob das richtige Alter darauf steht.
Unter diesen Umständen habe ich mir also gedacht, dass mein 20.Geburtstag auf kamerunische Art NICHT gefeiert wird. Erstens fühle ich mich kaum wie 20 und zweitens ist diese Jahr an sich schon wie Geburtstag. Für mich war es also eigentlich ein Tag wie jeder andere.
Aber ich hatte trotzdem ein paar Besonderheiten, weil liebe Menschen an mich gedacht haben.
So hat z.B. Miriam mich morgens mit einem Strauß selbstgepflückter Blumen beglückwünscht. Ich habe Geburtstagsständchen übers Handy bekommen und schöne Telefonate mit meiner Familie und ein paar Freunden geführt. Zudem habe ich zahlreiche liebe Nachrichten bekommen, über die ich mich alle sehr gefreut habe.
Und Christelle (Tochter vom Chef) hat für mich sogar einen Geburtstagskuchen gebacken, den ich dann an alle hier verteilt habe und gemeinsam mit einer Tasse Kaffe, die ich mir gegönnt habe, genießen durfte. Nachmittags kam mit der Post sogar noch ein Geburtstagspacket aus Schweden an, pünktlich auf den Tag! J
So hatte ich also doch ein bisschen Geburtstagsfeeling, und es war genau im richtigen Maße.
Herzlichen Dank, für die vielen lieben Glückwünsche.
Es war schön zu sehen, dass ihr alle an mich gedacht habt!
Präsidentschaftswahlen in Kamerun
Autor: Christine | Datum: 11 Oktober 2011, 16:50 | 0 Kommentare
Zunächst einmal: Wir haben hier im Zentrum seit 2 Wochen keinen Internetzugang mehr und auch die Internetcafés meinen es nicht gut mit uns. Entweder klappt auch dort das Internet nicht, wenn es läuft, sind alle Plätze besetzt und wenn was frei wird, dann fällt natürlich der Storm aus.
Also wundert euch nicht über mäßige Nachricht von mir, ich hab euch nicht vergessen, sondern nur nicht die Möglichkeit euch zuzutexten. ;)
Letzten Sonntag (09.10.11) waren hier in Kamerun die Präsidentschaftswahlen. Und ich nutze die Gelegenheit mal ein bisschen um euch in die hiesige Politik einzuführen.
Allgemein ist zu sagen, dass Kamerun eine Präsidialrepublik ist, dass heißt, der Präsident als Staatsoberhaupt hat weitreichende Machtbefugnisse und bestimmt selbst den Ministerpräsidenten und auch das Kabinett. Zudem ist Kamerun ein Einparteienstaat, Oppositionen sind erlaubt, haben aber keine wirklich Chance. Es gibt hier keine 5%-Klausel, weswegen es ewig viele kleine Parteien gibt, die deswegen aber alle nichts erreichen können.
Der Präsident wird hier alle sieben Jahre direkt vom Volk gewählt. Die Höchstamtszeit sollte eigentlich 14 Jahre betragen, also 2 Amtsperioden. Der bisherige und jetzt wiedergewählte Präsident Paul Biya regiert das Land seit 1982, also seit 28 Jahren. Paul Biya gehört der Demokratischen Union Kameruns (UDC) an. Seit 1992 gibt es hier offiziell freie Wahlen, allerdings wird immer wieder Wahlbetrug vermutet. Das Wahlrecht erhalten die kamerunischen Bürger im Alter von 21 Jahren (wobei hier nie sicher ist, ob in der Geburtsurkunde, wenn es eine gibt, das richtige Geburtsdatum steht).
Der Wahlkampf hat hier zwei Wochen vor den Wahlen angefangen und mit einem Mal fing das Land an, sich zu bewegen. Überall sind Plakate von Paul Biya “The peoples choice!” aufgehängt und Autos, Motos und sogar die Stoffe und Gewänder tragen sein Gesicht. Ich hab nur ein einziges Mal hier einen weiteren Kandidaten sich bewerben sehen, obwohl offiziell 22 Gegenkandidaten angetreten sind.
Im Radio hörte man eine politische Rede nach der anderen und auch auf den Märkten wurde popularisiert. Es fuhren regelmäßig Auto- und Motokolonnen laut hupend und singend durch die Straßen.
Hier in Baham lief das ganze relativ ruhig ab. Aber in Bafoussam (nächst größte Stadt) war schon deutlich mehr davon mitzubekommen.
Miriams Organisation hat ihr Mailpostfach die letzten Wochen mit Krisenplänen, “wie verhalte ich mich, wenn…” überfüllt. Zudem wurde den Bürgern empfohlen Samstag vor den Wahlen noch Lebensmittel auf Vorrat einzukaufen, da es unsicher sein sollte, ob die Märkte die Woche nach der Wahl geöffnet werden.
Von Samstag Abend 18Uhr bis Sonntage Abend 18Uhr herrschte hier offizielles Autofahrverbot (Sinn unbekannt?!) und die Grenzen waren komplett abgeriegelt und geschlossen.
Miriam und Ich sind Sonntag dann mit den wählenden Bewohnern mitgegangen und haben uns das Ganze angeschaut. Gewählt wurde in der örtlichen Grundschule. Jeder Bürger ab 21 brauchte zum Wählen eine Karte und alle wurden auf langen Listen aufgelistet. Im Wahllokal lagen dann 23 Karten für die jeweiligen Parteien und deren Präsidentenkandidaten. Jeder Wähler nimmt sich dann eine Karte von jedem Stapel, geht hinter eine Absperrung (oder auch nicht) und packt dort seine Kandidatenkarte in einen Umschlag, alle anderen Karten schmeißt der Wähler in den Müllsack der daneben steht. Danach wird der Umschlag dann in eine durchsichtige (!!!) Wahlurne gesteckt und zuletzt identifiziert man sich noch mit seiner Karte, einem Fingerabdruck und jeder Wähler wird auf der langen Liste abgehakt.
Damit ist dann alles erfüllt. Wie ihr merkt, ist diese Art zu wählen prädestiniert, um manipuliert zu werden. Es ist eine Leichtigkeit, einfach zwei Briefumschläge in die Urne zu stecken oder im Nachhinein noch ein paar Karten seines Lieblingskandidaten hinzuzufügen….aber gut!
Jetzt ist alles wieder passé und im Nachhinein war das wirklich unspektakulär. Das Wahlergebnis wird erst in 2 Wochen verkündet. Aber ich rechne mit keinen Überraschungen.
Bis Dahin, Liebste Grüße!
Alltag kehrt ein
Autor: Christine | Datum: 29 September 2011, 21:29 | 5 Kommentare
Ich bin jetzt schon über einen Monat in Kamerun und mittlerweile kehrt auch bei mir ein bisschen Arbeitsalltag ein und das ist auch gut so! Die Wochentage sind optimistisch von meinem Tutoren Zacharie durchgeplant worden und Miriam und ich sind nun für die Umsetzung zuständig.
Morgens unterrichten wir mittlerweile 5 Kinder: Lionel, Ange, Carine, Michelle und Winnie (bei ihr hab ich erst gestern rausgefunden, dass sie ein Mädchen ist. Ich war fest vom Gegenteil überzeugt und habe mich immer darüber empört, dass dem Jungen hier Kleider angezogen werden. Aber bei einem kahl rasierten Kopf und einer tiefen Stimme ist das hoffentlich zu entschuldigen.) Das Unterrichten klappt ganz unterschiedlich gut, je nachdem, wie die Kinder drauf sind. Was es so schwierig macht ist einfach, dass eigentlich alle 5 extremst unterschiedlich zu fördern sind. Carine ist die einzige, die wirklich “schulreif” ist, mit ihr rechnen, schreiben und lesen wir. Lionel ist schwerhörig und ihm müssen wir erst einmal sprechen beibringen, Vokale, Artikulation und so weiter. Michelle und Winnie müssen beide stark motorisch geschult werden. Für die beiden heißt es beim ständigen Ausmalen: “Fais attention à la ligne!” Und nach und nach kennen auch sie das rote Herz, das blaue Dreieck und das grüne Quadrat…
Und Ange, der neuste Schüler, testet erst einmal all seine Grenzen aus, und es liegt dann an uns ihm diese aufzuzeigen. Wir bevorzugen dabei die gewaltlose Methode, was die Sache bei Kindern, die es gewohnt sind mit Schläge erzogen zu werden, nicht gerade leichter macht. Mal sehen…Auf jeden Fall ist es ein vielfältiger, abwechslungsreicher und fordernder Job diese handvoll Kinder zu unterrichten.
Allgemein ist es eine ziemlich bunte Mischung an Menschen hier im Zentrum. Die Altersspanne reicht von 8 bis 28 und auch die Behinderungen reichen von Epileptiker bis Rollstuhlfahrerin. Aber was einfach toll zu sehen ist, ist wie selbstständig hier alle sind und sich ganz selbstverständlich gegenseitig bei allem helfen. Das macht eine wirklich tolle, familiäre Atmosphäre.
Nachmittags arbeiten wir dann im “Atelier des femmes” und es wird genäht, gestickt und Schmuck hergestellt. Ich hab schon einiges gelernt und heute mein erstes eigenes Portemonnaie fertig gestellt. Es ist etwas kleiner und krummer geraten, als eigentlich geplant, aber abgesehen von einem mini Loch wird es seinen Zweck erfüllen!
Bei Gelegenheit (gutem Wetter und reifer Ernte) steht dann auch Gartenarbeit auf dem Programm: Kamille, Mais und Erdnüsse ernten.
Später sollen wir eigentlich jeden Tag Musik- oder Sportprogramm machen. Dazu ist es bislang aber eher weniger gekommen, wir haben uns höchstens mal zum Singen zusammen gesetzt und dann auch nur die Kinder. Mal sehen, wie wir uns da noch arrangieren.
Abends folgt dann noch einmal eine Stunde Hausaufgabenbetreuung und danach ist Feierabend angesagt.
Zwischendurch helfe ich der Köchin MaPo. Das Zubereiten von 3 Mahlzeiten für 19 Bewohner und eine handvoll Personal ist nämlich in einer traditionellen Küche (großer Topf und Feuerstelle) wirklich nicht ohne.
Dienstags und Donnerstag kommen Uli und Patrice und machen mit den körperlich Eingeschränkten Physiotherapie. Dort gucke ich gerne zu und mache noch lieber mit.
Das klingt vielleicht wie ein straffes Programm, aber die Zeiten sind recht grob gefasst und letztlich läuft hier sowieso alles wie es kommt. Also bleibt immer noch genug Zeit für lange Spaziergänge durch die Traumhafte Landschaft oder für ein Bier (“Export”, “Mützig” ^^) mit dem Polizeichef.
Und das Wochende haben wir immer zur freien Verfügung. So sind Miriam und ich letzten Samstag das erste Mal alleine mit dem Taxi (natürlich zu 8 in einem Auto) nach Bafoussam gefahren und sind dort über den Markt gebummelt. Und ja ich schaffe es auch in Afrika (oder gerade hier?!) in einen Kaufrausch zu fallen! So habe ich jetzt zwei wunderschöne neue Stoffe aus denen ich neue einzigartige Klamotten nähe(n lassen) kann und meine erste neue Handtasche hab ich mir schon in der zweiten Woche angeschafft, aber so eine hab ich auch noch nicht!…:P
Ihr seht also, mein Leben hier nimmt mehr und mehr Gestalt an und darüber bin ich auch sehr froh.
Liebste Grüße, ich denk an euch!
Von Neuigkeiten, Minderheiten und Sicherheiten...
Autor: Christine | Datum: 20 September 2011, 20:19 | 3 Kommentare
Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob die Zeit hier schnell oder langsam vergeht.
Prinzipiell sind die Kameruner extremst gelassen und Pünktlichkeit haben die einfach mal noch weniger drauf als ich. Aber das stört auch niemanden, man kommt und geht, wenn es passt. (Hier im Zentrum ist das aber anders, Zacharie pflegt die genauen Zeiten!) Auf der anderen Seite ist hier alles auch irgendwie sehr hektisch, chaotisch, laut und schnell durcheinander, insbesondere der Straßenverkehr.
Für mich vergehen hier die Tage ganz unterschiedlich. Es gibt Tage, da fange ich morgens mit dem Unterrichten an und danach, arbeite ich im Atelier, putze, schreibe, lerne und wasche irgendwas. Damit ist der Tag dann gut gefüllt und abends wird sich (solange Storm da ist) ein Film angeschaut.
Aber dann gibt es hier auch wieder Tage, die einfach nicht umgehen wollen. Das sind dann Tage mit weniger Arbeit und mehr Zeit euch hart zu vermissen. Aber im ernst, das Jahr hat 52 Wochen und davon bin ich jetzt schon über 3 Wochen hier in Kamerun, das ist Zeit, die so betrachtet, schnell vergeht!
Miriam ist letzten Donnerstag endlich angekommen und ich verstehe mich wirklich sehr gut mit ihr.
Es ist einfach gut noch jemanden dabei zu haben, der das gleiche durchmacht, wie ich und mit dem ich dann endlos quatschen kann. Mit Miriams Ankunft hat dann für uns auch das Unterrichten von 3 Schülern begonnen. Das wiederum klingt wenig, aber diese 3 Kinder können uns beide ganz schön auf Trapp halten. Sie haben alle drei verschiedene Einschränkungen, Stärken und Schwächen. Und jeder hat sozusagen seinen individuellen Lehrplan von uns. Das ist wirklich ein vielseitiger Job! Aber trotz aller Anstrengung hatte ich schon meine ersten Lehrerfolge und ein schwerhöriger Junge, der vorher nicht richtig sprechen konnte, kann jetzt nach einer Woche selbstständig bis 4 zählen, das ist cool! :D
Das letzte Wochenende hatten wir keinen Storm und Wasser kommt und geht, wie es lustig ist. Das kann ganz schön nervig sein, aber es ist witzig zu sehen, wie sehr wir uns mal über eine Stunde Wasser oder wenn das Licht plötzlich wieder angeht, freuen. Solche stromlosen Abende verbringt man dann zu zweit mit Kerzenlicht über einen Topf selbst gekochten Spaghetti und viel Erzählstoff. Hat auch was!
Aber keine Sorge, beides kommt irgendwann immer wieder und so haben wir die lezten 2 Tage fast durchgehend Storm UND Wasser, welch ein herrlicher Luxus!
Gestern und Heute hat uns Zacharie allen wichtigen Leuten aus Baham und der Umgebung vorgestellt. Das heißt, wir sind von einem Präsidenten zum anderen gefahren, haben Hände geschüttelt, wenig verstanden und viel gelächelt. Aber jetzt ist mein Adressbuch voll mit neuen wichtigen Handynummern von noch wichtigeren Menschen. So hab ich jetzt die Handynummer von gefühlt jedem Mann mit einer Knarre und der Berechtigung sie auch einzusetzen. Und das alles natürlich nur für unsere Sicherheit:
Die Gendarmerie, Politik und Polizei kennt jetzt unsere Gesichter und weiß, wo wir hingehören und wir wissen jetzt, welche Nummer wir in Notfällen wählen können. Die Leute sind hier wirklich sehr hilfsbereit und spätestens jetzt kann mir hier auf dem Dorf wirklich nicht mehr viel passieren.
Ich lebe mich hier also immer mehr ein, bessere jeden Tag mein Französisch auf und fange langsam aber sicher endlich an richtig zu arbeiten.
In diesem Sinne, ich denke an euch, Liebe Grüße aus Baham!