Fête de la Jeunesse
Autor: Christine | Datum: 16 Februar 2012, 12:35 | 0 Kommentare
Die Woche vor dem 11.Februar war in Kamerun eine Festwoche, gefeiert wurde Kameruns Jugend und die Zukunft der Nation, wenn man so sagen will.
Die ganze Woche über veranstalten Schulen, Kindergärten und Kirchen Feste, organisiert vom Jungvolk. Aufgeführt wurden auf diesen Festen, wie üblich, Chorlieder, Theaterstücke, Interpretationen und Rezessionen.
Freitag Abend hat dann Kameruns Präsident Paul Biya seine Festrede gehalten und Samstag, den 11. Februar war dann das große “Fête de la Jeunesse”. So versammelte sich die ganze Jugend Bahams am Stadion und es wurde allen Ernstes marschiert. Dafür haben auch wir im Zentrum die Woche über schon geübt in Reih und Glied unsere Formation zu halten, was sich mit unserer bunten Mischung von Rollstühlen, Beinschienen und Gehhilfen als eine heitere Herausforderung herausstellte.
So warfen wir uns also Samstag in grüne AHP²V-Einheitstrickots und dann hieß es Rollstühle über Berg und Tal ans andere Ende von Baham schieben. Als wir dann schon völlig verschwitzt an den Tribünen angekommen sind, trafen wir auf die Jugend von Baham, gekleidet in Schuluniform, Einheitskleidung eingeteilt nach Institutionen.
Und dann ging das große Marschieren los: angefangen mit den kleinen Kindergartenkindern bis hin zu den Abiturienten und uns. So marschierten schon die kleinsten im Gleichschritt und Parolen singend los zur Marschmusik, feinstenst heraus geputzt und nach Größe und Geschlecht sortiert. Es war wirklich herrlich zu sehen, mit wie viel Leidenschaft allesamt dabei waren, darauf Acht gaben das jeder in seiner Reihe lief und alles seine Ordnung hatte.
Und auch wir haben unseren Marsch gut absolviert: An der einen Hand hab ich den Rollstuhl geschoben und an der anderen ein Kind geführt, dass so seine Schwierigkeiten damit hatte, einfach gerade aus zu laufen, wo es doch überall viel interessantere Dinge zu sehen gab.
Aber ich bin mir sicher, wir sahen super aus!
Als der Marsch zu Ende war, stürmten alle Kinder zu den Keksständen und Eismaschinen. Bis ich dann alle meine Kinde wieder zusammen hatte und nach Hause bringen konnte, hab ich mir dann auch von der Sonne meine Nase verbrennen lassen.
Für mich war es wieder einmal spannend, so etwas mit zu erleben, auch wenn es für mich manchmal etwas lustig war, wie ernst diese Gelegenheiten hier genommen werden. Aber das ist eben ein Teil der Kultur, des Nationalstolzes und die Art und Weise eine Nation vereinigt zu halten. Und es war wirklich niedlich anzusehen, wie unsere Kleinen angestrengt versuchten eine gerade Linie zu laufen, auf einer Höhe zu bleiben und nicht schon während des Marschierens zu den Keksen zu rennen.
Am 20.Mai ist Kameruns Nationalfeiertag und dann wird wieder losmarschiert, in deutlich größerer Anzahl, habe ich mir versichern lassen.
Ich bin gespannt! ;)
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